mazuri 1Die neuesten Entwicklungen bei Maisha Mazuri

Baustart für das neue Unterrichtsgebäude für die Grundschulklassen 2 und 3 war Anfang Juli 2017 und zum neuen Schuljahr, das in Kenia im Januar 2018 beginnt, wird nun die gesamte
Grundschule bei Maisha Mazuri ein Zuhause finden: Angefangen vom Kindergarten über die Vorschulklasse bis zu den ersten drei Grundschulklassen können dann bereits besucht werden. Beim Bau verdienen sich gelernte und ungelernte Arbeiter aus der Umgebung ihren Lohn. Unter fachkundiger kenianischer Leitung und nach den sorgfältigen Plänen des deutschen Architekten Thomas Mildenberger entsteht ein sehr nachhaltig gebautes und auf die örtlichen Bedingungen perfekt abgestimmtes Gebäude.

Ende August 2017 sprudelte erstmals das heiß ersehnte frische Trinkwasser aus 160 m Tiefe! Nachdem sich die Probleme mit der kommunalen Wasserversorgung trotz ständiger Unterstützung und Reparaturen von Seite des Kinderheims nicht beheben ließen, und schon vor der diesjährigen Trockenzeit die öffentliche Versorgung gänzlich zusammenbrach, mussten auch unsere Kinder Wasser aus dem nahegelegenen Fluss und den kleinen Seen holen – solange diese überhaupt noch Wasser haben, von dessen Qualität ganz zu schweigen. Brunnenlage und Bohrtiefe waren das Ergebnis langer Recherchen, einer Probebohrung und eines ausführlichen Gutachtens, denn Bohrtiefe, Wasserqualität, Nachflusssicherheit und Kosten wollen bedacht sein.

Durch das fantastische Ergebnis unseres Spendenlaufs, der mehr als 10.000 € an Spenden erbrachte, kann der Trinkwasserbrunnen mühelos finanziert werden. Daher sei an dieser Stelle allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die so engagiert mitgelaufen sind und natürlich den großzügigen Spendern ganz herzlich gedankt! Sie alle haben dazu beigetragen, dass in Maisha Mazuri jetzt wieder sauberes Wasser zur Verfügung steht und damit die Grundversorgung der Kinder gesichert ist.

 

mazuri 3Jimmy Kilonzi zu Besuch am ThG: ein Interview

Das Interview wurde am Schulfest von Lena Schiller und Tobias Krauss in englischer Sprache geführt; Tobias Krauss hat das Wichtigste zusammengefasst und ins Deutsche übertragen.

Lena: „Was ist Maisha Mazuri und wie ist die aktuelle Situation dort?"

Herr Kilonzi: „2 Jahre sind jetzt vergangen, seit wir das Projekt gestartet haben. Es wurde schon ein Haus gebaut, indem 26 Waisenkinder leben. Diese Kinder kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen, wo sie zum Beispiel körperlichen oder sexuellen Missbrauch erlebt haben. Diese Kinder bekommen in Maisha Mazuri ein Zuhause: Sie werden hier betreut und versorgt und können außerdem in der Umgebung eine Schule besuchen. So verbessern wir das Leben der Kinder, damit sie nicht nur jetzt in Geborgenheit leben können, sondern auch eine gute Perspektive für ihre Zukunft haben."

Tobias: „ Wie sind Sie darauf gekommen ein Projekt wie Maisha Mazuri zu starten?"

K: „ Schon zu meiner Studienzeit half ich Straßenkindern, dass es ihnen möglich ist, wieder in die Schule zu gehen. Danach entwickelte ich immer mehr Interesse an solchen Projekten. 2003 begann ich ein Projekt in den Slums von Kenia um Kindern zu helfen, die durch die Erkrankung eines oder mehrerer Familienmitglieder an AIDS auf sich selbst gestellt waren. Mit der Zeit wurde das Projekt immer mehr erweitert, weil es in Kenia viele Kinder in schwierigen Verhältnissen gibt.
Aber zurück zu eurer Frage. Ich mache diese Arbeit, weil ich weiß, dass ich Dinge verbessern kann. Mein Ziel ist es, aus diesen Kindern verantwortungsvolle Bürger zu machen. Immer wenn ich die Kinder sehe, die ich unterstütze, und sich ihr Leben verändert hat, dann bin ich glücklich."

L: „ Kennen sie alle Kinder in ihrem Projekt persönlich?"

K: „ Ja alle von ihnen. Wir haben heute 12 Jungen und 14 Mädchen in Maisha Mazuri und ich habe sie alle besucht, bevor sie nach Maisha Mazuri kamen. Dadurch kann ich die Lebensgeschichte von jedem in Maisha Mazuri erzählen. Außerdem werden noch 57 Kinder aus dem nahe gelegenen Dorf unterstützt. Sie kommen oft am Wochenende zu unserem Heim. Auch diese Kinder kenne ich alle persönlich."

L: „Wie viele Helfer arbeiten bei Maisha Mazuri?

K: „In meinem Projekt helfen 12 Leute mit. Diese Helfer kümmern sich um die Kinder, besuchen die Familien der Kinder, lösen Probleme in den Familien und bringen die Kinder zur Schule. Im Heim Maisha Mazuri gibt es außerdem eine „Matron", die zuständig für die Mädchen ist und einen „Patron", der sich um die Jungen kümmert."

T: „ Im Spendenlauf 2017 wird ja für eine ganz bestimmte Sache gespendet..."

K: „ Gerade hat das Heim ein Wasserproblem, weil der Brunnen ausgetrocknet ist, von dem das Dorf und Maisha Mazuri abhängen. Deshalb mussten in letzter Zeit Tanklaster Wasser ins Dorf bringen. Maisha Mazuri braucht dringend eine eigene Wasserquelle.

L: „Wie geht es dann weiter mit dem Heim?"

Es laufen bereits Planungen für einer eigene Schule, die direkt am Heim gebaut wird und dann haben wir vor, eine eigene Krankenstation für unsere Kinder zu errichten."

T: „Vielen Dank für das Gespräch!"

K: „Danke für euer Interesse!"

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